Kredite für Existenzgründer auch ohne Schufa

Kaum ein Existenzgründer kommt in der Anfangsphase seines Unternehmens ohne eine Fremdfinanzierung aus. Oftmals ist es allein aus steuerlichen Gründen angebracht, den Kapitalbedarf, zusätzlich zum eingebrachten Eigenkapital, durch Fremdmittel aufzustocken. Derartige Kredite sind für die Kreditgeber mit einem Kreditausfallrisiko verbunden. Darunter wird die latente Gefahr verstanden, wenngleich in den meisten Fällen mehr theoretisch als praktisch, dass der gewährte Kredit gar nicht, nur teilweise oder nicht pünktlich zurückgezahlt wird.

Um dieses Risiko einzugrenzen, wird die Bonität des Existenzgründers geprüft. Zum einen ist das die Schufa-Einsicht, um anhand der dortigen Dateneinträge abzuschätzen, wie das Ausgaben- und Zahlungsverhalten des Antragstellers in Bezug auf bestehende Verbindlichkeiten wie anderweitige Darlehen, Kredite und Verträge ist. Zum anderen werden Nachweise über die Betriebseinnahmen erwartet, die in vielen Fällen mangels geschäftlicher Aktivitäten in der Existenzgründungsphase nicht beigebracht werden können. Das Ergebnis ist dann nicht selten, dass der Kreditantrag abgelehnt wird.

Ganz anders sieht es bei denjenigen Kreditinstituten aus, die eine Bonitätsprüfung ohne Schufa vornehmen. Sei es, dass sie keine Geschäftspartner der Schufa, der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung sind, oder dass sie ihre Prüfung nicht dem Score-Wert der Schufa abhängig machen. Da ein anschließend genehmigter Kredit für die Existenzgründung auch nicht in die Schufa eingetragen wird, handelt es sich dabei um einen umgangssprachlichen schufafreien Kredit. Derartige Kredite werden von einigen wenigen deutschen Direktbanken, aber von nahezu allen ausländischen Onlinebanken vergeben. Sie werben im Internet für ihr Geschäftsmodell eines Kredites ohne Schufa für Existenzgründer. Die Bonität des Existenzgründers wird von den ausländischen Banken, beispielsweise aus Liechtenstein, aus der Schweiz oder aus Skandinavien, unterschiedlich bewertet.

Als eine Möglichkeit reicht der Businessplan mit einer realistischen Budgetplanung aus, sofern noch keine Jahressteuererklärung oder erste Betriebswirtschaftliche Auswertung, kurz BWA vorgelegt werden kann. Der Kreditgeber verlässt sich weitgehend auf die Angaben des Antragstellers, was sein Kreditausfallrisiko erhöht. Dieses Risiko lässt er sich vielfach durch einen deutlich erhöhten Effektivzinssatz ausgleichen.

Eine andere Variante ist die Beibringung einer Bürgschaft, in der Regel durch einen engen Vertrauten aus dem Familien- oder Verwandtenkreis. Dessen Bonität wird nach den banküblichen Grundsätzen geprüft. Wenn sie für gut befunden wird, erhält der Existenzgründer seinen schufafreien Kredit, nachdem die Bürgschaftserklärung zwischen Bürgen und Kreditgeber unterzeichnet wurde.

In einigen Fällen wird im Rahmen der Bonitätsprüfung des Existenzgründers die Abtretung seiner Kapital-Lebensversicherung erwartet, um das Kreditausfallrisiko zu mindern. Mindestens in Höhe des aktuellen Rückkaufwertes, der in etwa der Kredithöhe entsprechen muss. Wenn der Existenzgründer zahlungssäumig werden sollte, würde die abgetretene Lebensversicherung aufgelöst, und der Rückkaufwert an den Kreditgeber ausbezahlt.

Fazit:
Der Existenzgründer hat mehrere Möglichkeiten, einen Kredit ohne Schufa, also einen schufafreien Kredit zu erhalten. Für seine Zukunft hat das den Vorteil, dass dieser Existenzgründungskredit auch nicht in der Schufa-Datei erfasst wird. Außer den beiden Vertragspartnern erfährt niemand etwas davon, und weder Bonität noch Schufa-Score werden davon tangiert.

Was nicht in der Schufa steht, kann auch nicht nachgelesen oder bewertet werden!

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