Was passiert bei Kredit Rückzahlungsschwierigkeiten?

Wenn ein Schuldner in Schwierigkeiten gerät, die Raten für einen ausstehenden Kredit zurückzuzahlen, wird er von den Gläubigern zunächst gemahnt. Es ist anzuraten, auf diese Mahnungen zu reagieren und entweder die pünktliche Ratenzahlung anzustreben oder eine Streckung der Raten zu vereinbaren. Ansonsten drohen das Inkassoverfahren, schließlich Vollstreckungsmaßnahmen und im schlimmsten Fall die Eidesstattliche Versicherung beziehungsweise die Insolvenz. Mahnung, Inkasso und Zwangsvollstreckung
Die Mahnverfahren von Gläubigern sind keinesfalls zwingend vorgeschrieben, weder in ihrer Häufigkeit noch in der jeweiligen Form oder dem zeitlichen Abstand zueinander und zum Ausbleiben von Ratenzahlungen. Schuldner sollten also wissen, dass mit einem Mahnverfahren sowohl psychologischer Druck aufgebaut werden soll als auch das Inkassoverfahren und die Zwangsvollstreckung angekündigt werden. Eines sollten sie jedoch niemals glauben: dass sich eine Mahnung irgendwie „im Sande verläuft“. Gläubiger werden in jedem Fall bemüht sein, ausstehende Schulden einzutreiben. Es lohnt sich daher, schon bei einer ersten Mahnung mit dem Gläubiger Kontakt aufzunehmen, die Gründe für das Ausbleiben einer Ratenzahlung darzulegen und gegebenenfalls kleinere Raten zu vereinbaren. Dies wäre eine Umschuldung innerhalb eines einzigen laufenden Kredites. Viele Gläubiger bieten dies von sich aus an, darauf sollten Schuldner eingehen, wenn dadurch die pünktliche Ratentilgung zu gewährleisten ist.
Wenn trotz fruchtloser Mahnung keine Zahlung erfolgt, beauftragen viele Gläubiger ein Inkassobüro, das nun mit dem Schuldner die Verhandlungen führt, weiteren Druck aufbaut und mit Maßnahmen wie einer Schufa-Meldung und der Zwangsvollstreckung droht. Das Inkassoverfahren ist für den Schuldner kostenpflichtig. Wenn der Schuldner immer noch weder zahlt noch verhandelt, erfolgt in der Regel seitens des Gläubigers eine Meldung an die Schufa und die Erwirkung eines vollstreckbaren Titels. Der Gläubiger kann den Titel durch einen gerichtlichen Mahnbescheid erlangen, der Rechtskraft erlangt, wenn der Schuldner nicht widerspricht. Formulare für den gerichtlichen Mahnbescheid gibt es in Schreibwarenläden, der Mahnbescheid wird vom Gläubiger an das zuständige Amtsgericht geschickt, das diesen dem Schuldner zustellt. Nach Verstreichen der vierwöchigen Frist für einen Widerspruch verfügt der Gläubiger beim Amtsgericht über einen vollstreckbaren Titel und setzt per Gerichtsvollzieher die Zwangsvollstreckung durch. Wenn der Schuldner hingegen widerspricht, beantragt der Gläubiger beim Amtsgericht ein Erkenntnisverfahren und erhält daraufhin einen vollstreckbaren Titel, wenn der Schuldner nicht die zwischenzeitliche Begleichung der Schuld belegen kann. Liegt der Titel vor, vollstreckt ein Gerichtsvollzieher den Schuldner über eine Kontopfändung und/oder das Einziehen von Wertgegenständen/Sachen aus dem Vermögen des Schuldners. Die hierbei entstehenden Kosten trägt wiederum der Schuldner. Wenn aus der Zwangsvollstreckung die Ansprüche des Gläubigers nicht befriedigt werden können, folgt die Eidesstattliche Versicherung und/oder Insolvenz des Schuldners.
Eidesstattliche Versicherung und Insolvenz 
Mit der Eidesstattlichen Versicherung vor Gericht legt der Schuldner seine Vermögensverhältnisse offen und belegt damit, dass er zum Begleichen der Schuld nicht imstande ist. Diese Eidesstattliche Versicherung wird in der Regel im Rahmen der (erfolglosen) Zwangsvollstreckung oder des Insolvenzverfahrens abgegeben, die Rechtsgrundlagen finden sich in den §§ 807, 899 ff. ZPO oder in § 284 AO, wenn es sich um Steuerschulden handelt. Sollte der Schuldner sich weigern, die EV abzugeben, kann der Gläubiger einen Haftbefehl nach § 901 ZPO zu deren Erzwingung beantragen. Macht der Schuldner eine mögliche Begleichung der Schuld innerhalb von sechs Monaten glaubhaft, kann die Abgabe der EV um diesen Zeitraum vertagt werden (§§ 900, 806 ZPO).
Oft folgt direkt mit der Eidesstattlichen Versicherung der Insolvenzantrag entweder durch den Schuldner oder den Gläubiger gegen den Schuldner. Daraufhin wird das Privat- oder Regelinsolvenzverfahren eröffnet, in dessen Verlauf sämtliche verwertbaren Konten und Sachen des Schuldners gepfändet werden. Nach einer Wohlverhaltensperiode von sechs Jahren (Regelinsolvenz: ab vier Jahre) kann die Restschuldbefreiung erfolgen.

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